Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach
Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl

Hans Scholl wurde am 22. September 1918 in Ingersheim, wo sein Vater Bürgermeister war,  in der Nähe von Ulm geboren. 1933 trat er gegen den Willen der Eltern in die Hitler-Jugend ein, wurde aber im Jahre 1937 kurzzeitig inhaftiert, da er, enttäuscht von der Wirklichkeit des Nationalsozialismus, auch in einer verbotenen Jugendbewegung tätig war. Im März desselben Jahres legte er an der Oberrealschule in Ulm das Abitur ab, wurde anschließend zum Reichsarbeitsdienst und dann zum zweijährigen Dienst in der Wehrmacht eingezogen. Das Medizinstudium begann er im Frühjahr 1939 in München. Im Sommer 1940 machte er den Frankreichfeldzug als Sanitätsfeldwebel mit. Nach wenigen Monaten konnte er in München sein Studium, das er einmal um die Bereiche Geschichte und Politik erweitern wollte, fortsetzen. Er knüpfte Kontakte zu gleichgesinnten Intellektuellen, zu Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern. Von Juli bis Oktober 1942 wurde er zusammen mit Freunden zum Sanitätsdienst an die Ostfront kommandiert.

 

Sophie Scholl wurde als viertes von fünf Kindern am 9.Mai 1921 geboren, trat während ihrer Gymnasialzeit 1934 ebenfalls in die Hitlerjugend ein und hatte in der Jungmädelschaft und im Bund Deutscher Mädchen sogar Führerinnenfunktionen inne. Die Verhaftung ihrer Brüder und deren Freunde im Jahre 1937 führte bei ihr allerdings zu einer Entfremdung von der Hitler-Jugend. Nach dem Abitur 1940 entschied sie sich für eine Ausbildung zur Kindergärtnerin, um damit dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Dennoch musste sie diesen im folgenden Jahr ableisten und sogar noch ein halbes Jahr Kriegshilfsdienst. Der kasernenhafte Arbeitsdienst veranlasste sie, über passiven Widerstand nachzudenken und ihn auch später auszuführen. Im Mai 1942 konnte sie sich an der Universität München für Biologie und Philosophie einschreiben. Ihr Bruder Hans machte sie mit seinen Freunden bekannt, die sich nicht nur aus politischen Gründen zusammenfanden, sondern auch zu gemeinsamen Freizeitbetätigungen. Sie beschäftigte sich eingehend mit dem Christentum und der Frage, wie sich der Einzelne in der Diktatur zu verhalten habe. Während der Semesterferien musste sie zu einem Rüstungseinsatz in einem Ulmer Metallbetrieb. Gleichzeitig büßte ihr Vater eine Haftstrafe wegen einer ablehnenden Bemerkung über Hitler ab.

 

 

Von Juni 1942 bis Februar 1943 fanden tausende von Bürgern vor allem im süddeutschen Raum Flugblätter in ihren Briefkästen, die zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime aufriefen: „Flugblätter der Weißen Rose“ und „Flugblätter der Widerstandsbewegung in Deutschland“. Verfasst waren sie von fünf Studenten und einem Professor der Universität München: Alexander Schmorell, Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Professor Kurt Huber. Warum sich dieser Widerstandskreis den Namen „Weiße Rose“ gab, ist nicht genau bekannt, doch wird vermutet, dass vor allem Hans Scholl die Rosenblüte als Symbol der Musen im Gegensatz zum Soldatentum, das durch das Schwert verkörpert wurde, gewählt hatte.

 

Nach der Verbreitung des V. Flugblattes im Januar 1943, als auch der Kampf um Stalingrad zusammengebrochen war, schrieb die Widerstandsgruppe die Parolen „Nieder mit Hitler“ und „Freiheit“ an die Mauern der Universität und anderen Gebäuden in München.

Nach der Auslegung des VI. Flugblattes in den Gängen der Universität und dem Herabwerfen hunderter Exemplare in den Lichthof wurden die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 von der Geheimen Staatspolizei verhaftet.

 

Mit ihrem Freund Christoph Probst  wurden sie am 22.Februar 1943 vom Volksgerichtshof wegen „landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet. Kurz vor seiner Enthauptung rief Hans Scholl noch: „Es lebe die Freiheit!“

 

 

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