Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach
Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach

Weichen für Zukunft stellen

28 regionale Unternehmen bei der „Langen Nacht der Berufe“ an der Mittelschule Aichach

Aichach – Nachsitzen – im positiven Sinn – hieß es kürzlich für gut 250 Schüler an der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Aichach. Insgesamt rund drei Stunden lang hatten sie Zeit, sich bei der „Langen Nacht der Berufe“ in verschiedenen Workshops über unterschiedliche Berufsfelder zu informieren. Knapp 30 Unternehmen aus der Region stellten sich vor, brachten den künftigen Absolventen anhand von Vorträgen und praktischen Aufgaben den Geschäftsalltag nahe und informierten über Ausbildungsmöglichkeiten.

Bereits zum siebten Mal fand die Veranstaltung in der Geschwister-Scholl-Mittelschule statt. „Wir waren die erste Schule in der Region, mit solch einem Projekt aus Theorie und Praxis, und es hat sich bewährt“, verkündete Schulleiter Franz Negele. Das Motto laute: „Stark für den Beruf“. „Ihr habt heute die Chance, viele Betriebe und vielleicht sogar euren neuen Ausbilder kennenzulernen“, sagte Negele. Im Vorfeld hatten sich die Schüler im Unterricht über die verschiedenen Branchen informiert. „Im AWT-Kurs, dem Pendant zur Arbeitslehre, haben sich die Schüler über die verschiedenen Berufsfelder schlau gemacht und sich Fragen an die Experten überlegt“, erklärt Mittelschullehrer Karl-Heinz Schindler. Zusammen mit seinen Kollegen Eric Altmannshofer, Martina Hoffmann, Josef Sedlmeier und Hausmeister Horst Gromer war Schindler für die Organisation verantwortlich. „Macht etwas aus dem Abend, seid aktiv und stellt Fragen. Wenn ihr feststellt, dass ein Beruf nichts für euch ist, hat es euch auch weitergebracht“, ermutigte er die Schüler in seiner Begrüßung. Alle Mittelschüler ab der siebten Klasse mussten sich für je drei Vorträge und Workshops entscheiden. Die Auswahl war groß: Neben Handwerksbetrieben stellten sich Unternehmen aus dem Dienstleistungsgewerbe sowie der Industrie vor. Darunter beispielsweise die Schreinerei Merz aus Aichach. Dort durften die Jungen und Mädchen Bretter hobeln und sägen, bis die Späne flogen. „Es ist durchaus so, dass auch Mädchen sich technische Berufe anschauen“, ebenso hätten auch Jungs die Möglichkeit, Pflege und Dienstleistungsberufe kennenzulernen, weiß Negele. Ziel sei es, dass die Schüler sich ausprobieren. „Ob Pflichtpraktika oder Informationsveranstaltung. Die Schüler werden bei uns ab der fünften Jahrgangsstufe durch die Berufsorientierung schrittweise an die Berufswelt herangeführt“, ergänzt Negele. „Zugleich können natürlich auch die Arbeitgeber auf die Schüler zukommen und machen zum Teil schon Praktika aus“, erklärt Schindler. Andreas Schurr von der Berufsschule Aichach schaute mit den Schülern unter die Motorhaube, führte digitale Fehlermessungen durch und brachte ihnen den Beruf des KfZ-Mechatronikers nahe. „Ich interessiere mich besonders für die Technik und habe schon ein Praktikum in einem KfZ-Betrieb gemacht“, erklärt Schüler Andreas Renges. Zusammen mit seinen Klassenkameraden Sebastian Glod und Hasan Dal lernte er, wie wichtig digitale Technik beim Einstellen der Scheinwerfer und beim Finden von Fehlern am Motor und im Fahrwerk ist. „Wir könnten uns vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten“, waren sich die Drei einig. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass man auch ohne Abitur Karriere machen kann“, verdeutlichte Berufsschullehrer Frank Ritzel. Auch in die Altenpflege oder Stellen in der Verwaltung, beispielsweise bei der Stadt Aichach, durften die Schüler hineinschnuppern. „Die Besonderheit ist die Kombination aus Theorie und Praxis“, erklärte Negele. So konnten die angehenden Absolventen bei der Garten- und Landschaftsbau-Firma Zagray aus Tödtenried selbst Pflastersteine verlegen, bei einer Bäckerei oder Metzgerei Hand anlegen oder im medizinischen Bereich, wie bei der Bärenapotheke Aichach, Medikamente abwiegen. Elisabeth Görlitz, Personalassistentin bei der Firma Haimer aus Igenhausen, und ihre Kollegen stellten Berufe wie Industrie- und Zerspanungsmechaniker vor. Um ein Gefühl für das Material zu bekommen durften die Schüler hier mit Zange und Werkzeug aus Metalldraht ein Herz formen. Justin Weichenberger und Niklas Naßl stellten fest, dass das gar nicht so einfach ist. „Wir finden es gut, dass man hier selbst ausprobieren kann und nicht nur zuhören muss.“ „Die Praxis ist für die Schüler wichtig, um zu erkennen, ob ihnen das handwerkliche Arbeiten überhaupt liegt“, verdeutlicht Görlitz. Interesse sei aber am Anfang immer ein gutes Zeichen, so bliebe man gegenseitig in Kontakt. „Viele Schüler melden sich später dann bei uns“, erklärt Görlitz. „Das ist eine Win-Win-Situation.“ „Besonders freute sich Schulleiter Negele darüber, alte Bekannte wiederzusehen. „Viele der Ausbildungsleiter sind ehemalige Schüler von uns, darauf sind wir stolz.“ Der Abend sei jedes Jahr auch ein Zeichen der Wertschätzung. „Unsere Vermittlungsquote ist sehr hoch“, bilanziert Negele – die „Lange Nacht der Berufe“ kann also ein erster Schritt auf der Karriereleiter sein.

Johannes Heim, Aichacher Zeitung

 

 

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